Atomkraftwerke – abschalten oder brennen lassen?

Bei BLICK on tour in Burgdorf BE diskutierten Befürworter und Gegner der Automausstiegs-Initiative. Bleiben die Schweizer AKWs solange sie sicher sind am Netz oder wird bis 2029 der letzte Stecker gezogen?

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(Bilder: tas) SP-Nationalrat Eric Nussbaumer (links) und Grüne-Nationalrat Bastien Girod kämpften bei BLICK on tour in Burgdorf BE für die Atomausstiegs-Initiative.

Ob die Schweiz bis 2029 das letzte AKW vom Netz nimmt, darüber entscheidet das Stimmvolk am 27. November. Im Hinblick auf die Abstimmung über die Atomausstiegs-Initiative der Grünen wurde bei BLICK on tour in Burgdorf BE hitzig diskutiert. An der Podiumsdiskussion nahmen die Initianten Bastien Girod, Grünen-Nationalrat (ZH) und Eric Nussbaumer SP-Nationalrat (BL) teil. Auf der gegnerischen Seite standen Monika Rühl, Direktorin Economiesuisse und Albert Rösti, SVP-Nationalrat (BE). Organisiert wurde der Polit-Talk von BLICK-Chefredaktor Peter Röthlisberger und Hannes Britschgi, der als Moderator die Zügel in der Hand hielt.

Kleines Restrisiko, verheerende Folgen
Die Schweizer AKWs gelten nicht als unmittelbare Bedrohung für die Bevölkerung. Sie zählen aber zu den ältesten der Welt und AKW-Kritiker zweifeln an ihrer Sicherheit. Es besteht zwar nur ein kleines Restrisiko, welches jedoch eine Katastrophe zur Folge haben kann. Es sei daher verantwortungslos, dass die Energiestrategie 2050 keinen Ausstiegstermin vorsieht, so Girod. Röstis Gegenargument: «Die Schweiz verfügt über ein gutes Sicherheitssystem. Dass das AKW Beznau I zurzeit aus Sicherheitsgründen abgeschaltet ist, ist der beste Beweis dafür.»

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Das Publikum diskutierte interessiert mit.

Stromlücke mit Dreckstrom füllen?
Die fünf Kernkraftwerke der Schweiz produzieren zusammen 40 Prozent des Strombedarfs – sofern sie alle am Netz sind. Damit es nicht zu einem Versorgungsengpass kommt, muss zusätzlich Strom importiert werden bis der Atomstrom durch erneuerbare Energien ersetzt werden kann. «Wir wollen keinen dreckigen Kohle- und Gasstrom aus Deutschland importieren müssen», so Rühl. Es gäbe heute schon genügend Möglichkeiten, um die drei ältesten AKWs der Schweiz zu ersetzen, so die Initiativbefürworter. Dies sei nur eine Frage des politischen Willens.

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Economiesuisse-Direktorin Monika Rühl und SVP-Nationalrat Albert Rösti (BE) sprechen sich gegen die Initiative aus.

Das Publikum diskutierte in der Schlussrunde mit. Mehrheitlich äusserten sich die Stimmen zugunsten der Automausstiegs-Initiative. Unabhängig davon, wie das Stimmvolk am 27. November entscheidet, neue AKWs werden in der Schweiz wohl kaum gebaut. Darüber sind sich die Gegner und Befürworter einig.

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